Keine Anfragen für Mateus

Mateus, junger RüdeJa, aber warum will mich denn keiner? Glücklicherweise plagt sich Mateus wohl eher nicht mit solchen Gedanken. Doch wir sind mehr als verwundert darüber, dass es keine Anfragen für den Hübschen gibt.

Rund sechs Wochen ist er nun bei uns und seine Entwicklung schreitet voran. Aus dem kleinen Welpen ist ein lebhafter Junghund geworden. Anfängliche Ängste hinsichtlich des Alleine seins sind überwunden und es schält sich immer mehr der abenteuerlustige Lausbub heraus. Aber er ist kein reiner Draufgänger Typ, da ist auch eine ganze Menge Kopf. Er beobachtet viel und hat dabei einen richtig ernsthaften Gesichtsausdruck. Er interessiert sich wirklich für alles, beispielsweise für den Ursprung des eigenen Pipi-Strahls. Um das herauszufinden, musste der kleine Mann sich ordentlich verrenken und gab ein witziges Bild ab. Im Dorf hat jemand große Kühe aus Plastik im Garten stehen, die müssen einfach bestaunt werden. Oder der gruselige Teddy aus Steingut, der plötzlich am Straßenrand sass und uns anstarrte. Klar, dass der erst einmal verbellt wurde, danach war er für eine genauere Inspektion reif. Zukünftig wurde er kommentarlos passiert und nun ist er verschwunden. Auch Menschen interessieren ihn grundsätzlich. Wenn er, was er oft und gerne tut, einem ganz tief in die Augen schaut, dann schmilzt man dahin. Und da er ein wirklich hübscher ist, bekommt er viel Aufmerksamkeit von fremden Menschen, was den kleinen Mateus mitunter ein wenig verunsichert. IMG_9047 IMG_8847

Für mich als Hundeverhaltenstherapeutin ist es immer wieder interessant zu sehen, wie gut Hunde, sich trotz suboptimaler Voraussetzungen entwickeln können. Und in einem Karton ausgesetzt zu werden und erst einmal in einer Tierarztpraxis im Käfig zu wohnen, ist natürlich nicht gerade entwicklungsfördernd. Entsprechend erfreut bin ich deshalb über Mateus scheinbar unbegrenzte Neugier. Dass diese von einer gewissen Vorsicht begleitet wird, ist entwicklungstechnisch gesehen vollkommen normal, denn die Persönlichkeitsentwicklung wird begleitet von einer Konkurrenz zwischen Angst und Neugierde. Wenn im Normalfall die Angst als Verlierer hervorgeht, dann haben wir am Ende einen ausgeglichenen Hund.

Damit das auch bei Mateus der Fall ist, geben wir unser bestes. Und unsere Hunde, ebenso die Katze, helfen kräftig mit. Es sind drei Hunde, unterschiedlicher Größe und Alters. Sie trainieren Mateus in Hundesprache und guten Manieren. Glücklicherweise wohnt nebenan ein ganz junger Setter, so kommt auch das ausgelassene Junghundespiel nicht zu kurz. Die Katze konnte verdeutlichen, dass sie nicht untersucht werden will und lässt sich wieder regelmäßig blicken. Allerdings lässt Mateus sich den Spaß nicht nehmen, sie hin und wieder zu scheuchen.

Für Couch-Potatos ist Mateus sicher nicht der richtige Hund. Er ist ein sportlicher, unternehmungslustiger und durchaus selbstbewusster Typ. Wenn ihm langweilig ist, dann versteht er das zu vermitteln. Ebenso wie, wenn er mal muss. Er ist stubenrein. Außerdem läuft er gut an der Leine, auch das üben wir ständig. Wie gesagt ist er sehr lernfähig.

Auf normales Hundetraining spricht er sehr gut an und er kommt super auf „Hier“. Das üben wir regelmäßig. Ab Anfang Juni ist geplant eine Junghundegruppe in der Hundeschule zu besuchen, besonders toll wäre natürlich, wenn das schon seine neuen Menschen mit ihm unternehmen würden.IMG_8639

 

Weitere Hunde können, müssten aber nicht, im neuen Haushalt sein. Wir gehen überwiegend alleine mit ihm spazieren, weil das für die Erziehung von Vorteil ist, er aber auch gerne eng mit seinem Menschen zusammenarbeitet. Kinder sollten schon etwas größer sein, vielleicht so zwölf Jahre alt, und über ein wenig „Hundeverstand“ verfügen. Einer  Familie mit kleinen Kindern würde ich ihn nicht empfehlen, zu lebhaft, nichts für nebenher.

Mateus ist ein ganz toller und zudem hübscher Hund, genau richtig für aktive Menschen, die ihr Leben, und im Speziellem ihre Freizeit, mit Hund gestalten wollen.

Kontakt über „Stray-einsame Vierbeiner e. V.

Email: DeeAna@web.de

Telefon: 02471 133 754   (21:00 – 22:30)

IMG_9082

Mein Pflegehund Mateus

Mateus

Das ist Mateus, etwa 6 Monate alt. Er ist auf der Suche nach seinen Menschen und einem endgültigen Zuhause.

Inzwischen ist er seit 3 1/2 Wochen bei uns und es hat sich seither einiges getan.

Meine eigenen Hunde staunten nicht schlecht, als er wie eine wild gewordene Sprinkleranlage aus der Transportkiste tobte. Zwar ist er nach wie vor ein unternehmungslustiger Typ, aber er weiss mittlerweile auch Ruhepausen zu schätzen. Nachts schläft er richtig lange durch und auch das, mit der Stubenreinheit klappt bestens.

Anfangs sah er noch wie ein Welpe aus, doch das ist dem Aussehen eines Junghunds gewichen. Mit seinem rötlichen Fell und den großen Ohren zieht er aber trotzdem immer noch viele Blicke auf sich. Mal sehen, wie er sich weiter entwickelt, aber all zu groß wird er wohl nicht  werden.

Mit Hunden versteht er sich gut. Bei uns lebt er mit drei anderen, unterschiedlichen Alters und Größe, zusammen. Und nebenan wohnt ein junger Setter, trotz Zaun dazwischen sind die beiden best friends. Aber eine eigene Familie, in der er die erste Geige spielen darf, das würde ihm schon sehr gefallen.

Kinder sollten schon etwas standfest sein, da  er gerne etwas temperamentvoller spielt, und auch wenn er schmusen will, leitet er das ein wenig ungestüm ein. Unseren Sohn, der andernorts studiert, zieht es, seitdem Mateus da ist, öfter nach Hause. Zwei „verspielte“ junge Männer, das passt. Aber auch allen anderen Menschen gegenüber zeigt er sich aufgeschlossen und freundlich. Allerdings geht er lieber von sich aus auf sie zu. Fixierende Blicke und Aufdringlichkeit verunsichern ihn.

Mateus kommt bereits gut auf Zuruf und lässt sich leicht für jede Form der Beschäftigung begeistern. Auch an der Leine läuft er gut. Er ist sehr menschenbezogen und neigt nicht dazu, sich weit von seinen Bezugspersonen zu entfernen, was auf den Spaziergängen sehr angenhem ist. Wenn ich beispielsweise ins Bad gehe, dann legt er sich davor und wartet. Oder, er rollt sich vor der Wohnungstür zusammen und schläft, wenn ich mal weg muss.

Mateus, 6 Monate alt

Kontakt über „Stray-einsame Vierbeiner e. V.“

Email: DeeAna@web.de

Telefon: 02471 133 754   (21:00 – 22:30)

 

Julia, taffes Hundemädel sucht Zuhause in eher städtischem Umfeld – Zuhause gefunden

Julia sucht ihre(n) Menschen

Julia sucht ihre(n) Menschen

Vor zweieinhalb Wochen ist Julia gemeinsam mit Betty aus Griechenland eingeflogen. Aus dem Korb stiegen zwei zwar etwas vorsichtige, vor allem aber neugierige Hündinnen mit gesundem Selbstbewußtsein. Es schien als hätten sie ihre Vergangenheit als Straßenhunde und den Transport nach Deutschland unbeschadet hinter sich gelassen.

Julia und Betty, Ankunft

Julia und Betty, Ankunft

Betty hat bereits ein Zuhause gefunden. Julia ist noch auf der Suche.

Julia wird auf ein halbes Jahr geschätzt. Entsprechend ihres Alters ist sie verspielt und übermütig. Das Apportieren scheint ihr im Blut zu liegen, Weiterlesen

Vom scheuen Straßenhund zum Kampfschmuser

Angeregt durch eine Fernsehsendung, die meinen Wiederspruch erregte, schreibe ich heute über einen Hund aus Rumänien. Unsere Mary. In besagter Sendung ging es um Auslandstierschutz. Eine Kernaussage war, dass es wohl zu einer Annäherung kommen kann, ein scheuer Hund aber immer Distanz wahren und kein Schmuser werden wird. Entsprechend konnte man sich eine Tierhaltung vorstellen, beispielsweise auf einem Bauernhof, wo er einfach sein darf und versorgt wird. Eher vergleichbar mit den Futterstellen für verwilderte Hauskatzen, denn mit der üblichen Hundehaltung. Leider wurden die Behauptungen nicht weiter begründet. Okay, Freilauf haben, wie eine Katze, das würde sicher manchem Hund gefallen. Aber nur in Kombination mit Familienanschluss und Unterbringung im Haus. Die pauschale Aussage, dass scheue Hunde aus dem Tierschutz keine Schmuser werden halte ich für falsch, es entspricht nicht meiner Erfahrung.

Begeisterung sieht anders aus, aber es war schon ein Fortschritt sie überhaupt vor die Linse zu bekommen.

Weiterlesen